| |


Liebe Freunde des Lichtpfades
......es ist bitterkalt geworden und wieder einmal fahre ich zum Krankenhaus. Die Kälte kriecht mir unter die Haut und bei dem Gedanken wieder in diesem Krankenhaus zu sein, friert es mir noch mehr als das Wetter es je schaffen könnte. Hunderte Gedanken jagen mir durch den Kopf und meine Gefühle sind ein Mischmasch von Angst vor der Zukunft, vor der zu treffenden Entscheidung. Wie mag es ihr heute gehen, hat sie in dieser Nacht wieder so große Schmerzen gehabt wie in der letzten Nacht? Verzweifelte Fragen der Angst steigen in mir hoch und die Lösung scheint so weit weg zu sein, dass mir bange wird.
Sie war gerade 35 Jahre geworden als sie Zungenkrebs bekam. Wie intensiv sie auch behandelt wurde, was man auch mit all' den heutigen medizinischen Möglichkeiten versuchte, der Krebs war nicht aufzuhalten. Sie liegt jetzt nun schon seit 6 Wochen in diesem Krankenhaus, alle Ärzte und Pfleger bemühen sich sehr um sie, aber ihre Qualen sind jetzt unerträglich geworden. Vor ein paar Tagen konnte sie noch sprechen, dass ist ihr mittlerweile unmöglich geworden. Ich hätte mir nie träumen lassen so viel aus den Augen eines Menschen lesen zu können, was ich vorher nur durch Sprache verstand.
Ich öffne zögernd die Türe zu ihrem Zimmer, wohl ahnend, dass nichts Gutes auf mich wartet. Heute Morgen ist sie an eine Magensonde angeschlossen worden, weil ihr das schlucken unmöglich geworden ist. Zu dieser bedrückenden Situation schleicht sich ein grässlicher Geruch in meine Nase, der sich durch das Zimmer und unweigerlich durch den ganzen Flur verbreitet. Das Geschwür verbreitet seine Präsenz vehement.
Nun saß sie aufrecht in ihrem Bett mit einer Packung Tempotaschentücher in Griffnähe, damit sie den Speichel abwischen konnte der unaufhaltsam aus ihrem Mund floss, weil sie ihn nicht mehr herunterschlucken konnte.
Trotz alledem konnte ich bei der Begrüßung in ihren Augen lesen, was sie von mir erwartete. Wieder kroch mir die Kälte wie Gerbleder über meine Haut, denn ich wusste nur zu gut, was ich ihr versprochen hatte. Nur, ich hätte mir niemals auch nur im Geringsten vorstellen können, was es heißt den Wunsch nach Sterbehilfe zu unterstützen!!
Sie nahm einen Notizblock in die Hand und schrieb......es dauerte einige Momente, eine schiere Ewigkeit lang, so kam es mir vor. Ihre Bitte war eindeutig, denn sie wusste dass das Geschwür ihre Kehle bald zuschnüren würde, das Atmen immer schwerer wird, bis ein ersticken den unweigerlichen TOD bedeutet.
Eine vorübergehende Lösung des Ärzteteams, die durch einen Eingriff am Kehlkopf vorgenommen werden kann, wird ein kleiner Zeitaufschub bedeuten, der die Schmerzen und Qualen des Sterbens nur gering mildert.
Ich las ihre Zeilen die sie krakelig aufs Papier geschrieben hatte, dass sie diesen Eingriff nicht mehr wolle, dass sie ihn verweigern will. Ihre Blicke unterstützen ihren Entschluss, als sie energisch auf den Stapel verbrauchter Tempotaschtücher blickte. Nein, so wollte sie nicht mehr weiterleben!
Tatkräftig nahm sie den Kuli wieder in ihre Hand und schrieb mit eindringlichem Schriftzug "Menschenunwürdig"
Ihre eindringliche Bitte um Sterbehilfe war eindeutig und entschlossen. Doch wie sollte ich ihrem Wunsch nachkommen, denn aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten!
Am nächsten Tag besprach ich mit dem Ärzteteam, ob die Möglichkeit einer passiven Sterbehilfe hier vor dem Gesetz zu verantworten wäre. Da es ihr eindringlicher Wunsch war nicht mehr zu Leben, stimmte das Ärzteteam einer indirekten Sterbehilfe zu, so dass auf weitere medizinisch operative Eingriffe verzichtet wird. Lediglich die dringenste medikamentöse Therapie wurde weiter ausgeführt. So wurde wenigstens ihrem Wunsch entsprochen, nicht durch eine neuerliche Kehlkopfoperation strapaziert zu werden.
Nach zwei Tagen schlief sie ruhig ein und hielt dabei fest meine Hand.
|
 |
Zur Einführung habe in diesen Newsletter mit einer erfundenen Geschichte begonnen, weil gerade dieses Thema sehr heikel ist und die unterschiedlichsten Auffassungen und Meinungen dazu bestehen. Sterbehilfe steht im Kreuzfeuer zwischen dem Recht auf Eigenbestimmung des eigenen Lebens und den staatlichen Gesetzen. Darf ich selber über mein Sterben bestimmen oder muss ich mich staatlichem Machtgebaren beugen? Hinzu kommt die Frage, kann ich überhaupt in einer lebensbedrohlichen Situation noch selbst entscheiden, ob ich Leben oder Sterben will? Darf dies eine zweite Person für mich tun? Ärzte sind natürlich an ihrem hypokratischen Eid gebunden Leben zu retten und nicht zu vernichten, aber ist "Leben Retten" immer und in jeder Lage sinnvoll? Professor Dr. Julius Hackethal war der erste Arzt der sich nicht dem Gesetz beugte und wegen Tötung auf Verlangen vor Gericht musste. Prof. Hackethal wurde dennoch nie strafrechtlich verurteilt. Er war derjenige, der trotz aller Kritik auch in der eigenen Ärzteschaft, den Wunsch des Patienten respektierte und nach menschlicher und fachlicher Verantwortung danach handelte. |
 |
Jedoch ist der Gedanke für viele Menschen im Alter oder bei einer schweren Krankheit nicht mehr Herr über sich selber zu sein, eine Horrorvorstellung. Für viele ist es ein unerträglicher Gedanke, vielleicht einmal am Schluss gefüttert zu werden oder seine Notdurft nicht mehr selbst verrichten zu können. Suizid Gedanken steigen hoch, weil die Angst vor dem Dahinsiechen, dem nicht mehr am Leben teilhaben könnenden, dem Entschluss Nahrung gibt, seinem Leben selbst oder zumindest von einer zweiten Person, ein Ende zu bereiten. Haben wir das Recht so zu denken und schlimmsten Falls auch so zu handeln? Hat Gott uns nicht das Leben geschenkt um dieses bis zum letzten Atemzug zu leben, sei es auch noch so schwer? Viele Fragen auf die man so leicht keine Antwort finden mag
|
 |
Viele Menschen die in Hospizdiensten sterbende Menschen begleiten wissen wohl an erster Stelle wie ein Mensch fühlt, wenn er stirbt, ja vielleicht sogar selbst entschieden hat nicht mehr in dem Sinne medizinisch versorgt zu werden, wie es vom Standpunkt des Mediziners richtig wäre. Um die Frage hier nochmals zu stellen, kann ein schwerstkranker Mensch überhaupt noch entscheiden ob er sterben will? Viele Menschen legen in Patientenverfügungen ihren letzten Willen zu diesen Thema nieder, wer weiß ob sie im Zustand des Sterbens nicht plötzlich anders entscheiden möchten, aber es dann nicht mehr können.
|
In Würde gehen können, wenn eine Krankheit das Leben so schwer macht, ist meines Erachtens ein Grundrecht jedes Menschen und sollte nicht in Frage gestellt werden. Das hat auch nichts damit zu tun das Gegner der Sterbehilfe argumentieren, dem Sterbenden mal schnell eine Spritze zu geben, damit das Problem beseitigt ist. Nein, in Würde sterben bedeutet für mich, dass ich die Möglichkeit habe sanft aus dem Leben zu scheiden, wenn es denn unumgänglich ist und ich nicht erst von einer Brücke springen muss, um mich von allem Leid zu befreien. Ich denke, es ist das Recht jedes Menschen, am Lebensende begleitet von einem Arzt, die Möglichkeit nutzen zu können, sein Leiden zu beenden, wenn es denn keinen Sinn mehr macht.
Dass dies in Deutschland nicht so einfach möglich ist, zeigt die Praxis Tag für Tag. In unseren Nachbarländern Holland, Belgien und der Schweiz ist es erlaubt aktive Sterbehilfe zu leisten, warum nicht in Deutschland? Natürlich darf auch nicht die Kritik an der Sterbehilfe übersehen werden, die mahnt, dass bei allzu schneller Sterbehilfe eine Praxis des "weg elemenieren" üblich wird, wo nicht mehr genauer hinterfragt wird, ob hier jetzt nun wirkliche aktive Sterbehilfe geleistet werden muss. Und wenn Sterbehilfe geleistet wird, welche Motivation mag vorhanden sein? Oftmals wird hinter vorgehaltener Hand schon das Erbe verteilt, das der Sterbende hinterlässt, weil der Sterbende sowieso nichts mehr damit anfangen kann.
Weiterhin argumentieren Kritiker der Sterbehilfe, dass die Palliativmedizin heute die Möglichkeit habe, Schmerzen weitesgehend so zu behandeln, das kaum noch Schmerzen zu spüren sein. Doch wer garantiert mir, dass ich, wenn ich sterben sollte, in einem Krankenhaus liege, dass auf dem höchsten Stand der Palliativmedizin ist? |
Hier hast Du einen kleinen Einblick wie die Bevölkerung der unterschiedlichsten Altersgruppen über aktive Sterbehilfe denkt.
Schwer kranke Menschen müssen das Recht auf die bestmögliche medizinische Versorgung haben, dies beinhaltet auch die aktive Sterbehilfe!!!
|
Jetzt habe ich das Problem der Sterbehilfe von der rein irdischen Seite aus betrachtet. Was aber sagt die Geistige Welt zur Sterbehilfe, zum Tod oder dem Selbstmord, egal aus welchen Gründen auch immer? |
Akzeptiert die Geistige Welt eine Sterbehilfe oder Selbstmord, wenn die Schmerzen unerträglich werden? |
| Kurz möchte ich Euch dazu meine Ansicht schreiben, bevor ich einige Zitate aus den Psychowissenschaften zum Thema einfüge, denn gerade diesen Punkt halte ich für besonders wichtig. Meiner Ansicht nach, und ich wünsche mir das auch für mein Sterben, möchte ich keine unnötigen lebensverlängernde Maßnahmen erdulden müssen, die mein Sterben künstlich verlängern. Ein Selbstmord der begründet ist durch unerträgliche Qualen, Leid und Schmerzen ist für mich entschuldbar. Auch, wenn ich mit dieser Meinung im Gegensatz zu den Psychowissenschaften stehe, ist meiner Meinung nach keinem Menschen zumutbar, Schmerzen erdulden zu müssen, die nicht nötig sind, nur weil es die moderne Medizin verhindern will. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Selbstmord oder diese Sterbehilfe in der Geistigen Welt aus einer anderen Sicht beurteilt wird, als wenn ich mich aus "Feigheit" aus dem Leben stehle. |
Folgende Erklärungen kommen aus dem Geistigen Reich, wenn die Schmerzen einer Krankheit nicht mehr zu ertragen sind. |
Frage : Es gibt aber Fälle, wo Menschen ihre Schmerzen nicht mehr ertragen können und sich den Tod wünschen. Ganz gleich, ob es körperliche oder seelische Schmerzen sind.
AREDOS : Ihr irrt euch! - Wenn der Schmerz unerträglich wird, erfolgt eine Ohnmacht oder der Tod. Niemals kann das Maß des Erträglichen überschritten werden. Diese Menschen, welche auf solch eine Weise ins Geistige Reich kommen, werden in eine Genesungssphäre gebracht, wo sie geheilt werden. |
| Zugegeben, hier habe selbst ich "bedenken", was die Antwort von Aredos betrifft. Die Geistige Welt lehrt, dass niemanden mehr aufgebürgt wird, als er ertragen kann. Ich maße mir nicht an zu beurteilen, ob dieses Aussage von Aredos zutrifft, jedoch zeigen mir die furchtbaren Qualen vieler Todkranker, oftmals das Gegenteil auf. |
Hier einige Aussagen zum Thema "Sterbehilfe" aus der Geistigen Welt. |
Frage : Sollten Ärzte einen alten, gebrechlichen Menschen oder einen aussichtslosen Kranken künstlich am Leben erhalten, obgleich sie wissen, daß er nur noch Tage zu leben hat?
ARGUN : Wir lehnen es ab, denn diesen Menschen werden doch nur Schmerzen zugefügt. Rettung gibt es in diesen Fällen nicht mehr, doch ihr Sterben wird erschwert.
Frage : Ihr sagtet uns einmal, daß die Ärzte einen Sterbenden schmerzfrei machen sollten. Kannst du uns erklären, was das zu bedeuten hatte?
AREDOS : Wenn ein Mensch mit großen Schmerzen stirbt, so leidet er auch noch ziemlich lange an diesen Schmerzen weiter, auch wenn er "tot" ist. Erst ganz allmählich klingen die Schmerzen ab.
- Darum ist es in allen Fällen besser, wenn man den Sterbenden schmerzfrei macht, dann bleibt ihm diese Nachwirkung erspart.
Frage : Die Mediziner fragen nicht danach, ob der Sterbende nach dem Tod noch leidet. Für sie ist der Mensch nach dem Sterben völlig ausgelöscht und besitzt keine Wahrnehmung mehr. Kannst du uns noch etwas zum Problem der Sterbehilfe sagen?
AREDOS : Die beste Sterbehilfe besteht darin, daß man den Sterbenden in Ruhe läßt und nicht versucht, seinen Sterbeprozeß zu stören oder zu verlängern. Das ist gegen die göttlichen Naturgesetze. Jedes Sterben braucht eine gewisse Vorbereitung auf das Leben nach dem Tode.
Die unglaubliche Unwissenheit auf diesem Gebiet ist eine Sünde, wie man sie sich nicht vorstellen kann. Im Geistigen Reich gibt es selbstverständlich Sphären, in denen sich die kranken Seelen erholen können. Aber das wäre überflüssig, wenn die Mediziner auf Erden nicht so viel Unsinn anstellen würden!
|
Hier einige Aussagen zum Thema "Die Angst vor einem schmerzhaften Tod" |
Frage : Die meisten Menschen fürchten sich vor dem Tod, weil sie ihn für schmerzhaft halten. Was sagst du dazu?
ARGUN : Denkt daran, daß nur das Gewissen schmerzt, aber nicht das Sterben!
Frage : Esoteriker haben vor dem Tode weniger Angst als andere, unwissende Menschen. Aber trotzdem gibt es auch unter den Esoterikern Menschen, die sich vor dem Sterben fürchten. Was sagst du dazu?
AREDOS : Es kann vorkommen, daß ein Mensch sehr große Schmerzen aushalten muß, aber wenn diese Schmerzen unerträglich werden, so schaltet das Bewußtsein automatisch ab. Das hat aber nichts mit dem Vorgang des Sterbens zu tun. Wenn der Tod kommt, so wird der Körper schmerzlos. Es ist, als ob der Körper eine Betäubungsspritze bekommt. Aber das Bewußtsein bleibt meistens erhalten.
- Selbst wenn es den Anschein hat, als ob der Sterbende nichts mehr wahrnimmt, so ist das ein Irrtum! Er kann sich dann zwar nicht mehr mitteilen, aber er erkennt trotzdem noch, was um ihn herum vor sich geht.
- Der Tod ist völlig schmerzlos!
Alle Nerven schalten im Bruchteil einer Sekunde ihre Wahrnehmung ab. Der Mensch in seiner geistigen Individualität fühlt sich zunehmend leichter und freier. Dann kommt jedoch der große Augenblick, wo er von seinen Bekannten und Freunden in Empfang genommen wird. Es können gute, aber auch böse Bekannte sein. Das richtet sich ganz nach der Entwicklung der Seele des Sterbenden.
- In den meisten Fällen kommt es zu einem großen Schock, da ja die meisten Menschen nicht an das Weiterleben glauben.
|
Einfluss der Narkose auf das Sterben |
Frage : Hat die Narkose auf die Seele einen Einfluß?
ARGUN : Eine Seele kann nicht narkotisiert werden, nur der Körper. Aber die Verbindung zwischen Körper und Seele wird durch eine Narkose gestört. Bei schwierigen Operationen geht die Seele manchmal auf Reisen oder tritt aus dem Körper aus, um der Operation zuzusehen. Patienten behalten oft diese Erinnerung zurück.
Frage : Was geschieht mit einer Seele, deren Leib durch Krebs oder Operation lebensunfähig geworden ist und dann bald nach dem Tode seziert wird?
AREDOS : Auch diese Seelen erleiden einen astralen Schaden, wenn der Körper gleich nach dem Tode zerschnitten wird. - Doch jede Seele wird wieder gesund! Operationen mit Betäubung sind weniger gefährlich für die Seele. Doch wenn der Patient bei Bewußtsein bleibt, also nur örtlich betäubt wird, so erleidet die Seele keinen Schaden.
|
| Die Sterbehilfe wird wohl noch lange Zeit ein brisantes Thema bleiben, wo jedes Pro & Contra seine Berechtigung hat. Im Endeffekt stirbt jeder für sich alleine und jeder Mensch sollte sich schon bei voller Gesundheit Gedanken darüber machen, wie er bei einer schweren Krankheit behandelt werden möchte. Dass dies bestimmt nicht einfach ist, habe ich versucht in diesem Newsletter aufzuzeigen. |
Ich würde mich freuen, wenn Ihr Euch an einer lebhaften Diskussion im Forum zu diesem Thema äußern würdet. |
Hier zum Forum klicken

|
|
|
Dieser Newsletter wurde mit Bildern der kostenlosen Fotodatenbank Photocase erstellt. |
| |
|
|