| |


Lieber Leser der Lichtpfad - Newsletter |
 |
Aus aktuellem Anlass möchte ich dem Newsletter des Monats November 2006 einem Thema widmen, dass in den letzten Wochen in den Medien einen Aufschrei der Empörung, in der Politik, sowie in der Bevölkerung unseres Landes verursachte. Es handelt sich dabei um die Totenschändungen in Afghanistan, begangen durch Soldaten der Bundeswehr. Nach neusten Nachrichten haben bis jetzt 4 Soldaten ihre Beteiligung an den Aufnahmen dieser Fotos zugegeben und sie sind bereits vom Dienst suspendiert worden. Gegen 20 weiter Soldaten wir momentan noch ermittelt, hier stehen genauere Ergebnisse noch aus (Stand 4. 11. 2006) Vorgesetzte und Politiker sprechen von einem Versagen der betroffenen Soldaten, dass der Bundeswehr erheblichen Schaden zugefügt hätte. Bemerkenswert ist für mich, dass keiner von den betroffenen Soldaten spricht, sie werden Fakt nur als Täter und nicht auch als Opfer gesehen. |
Den betroffenen Soldaten droht nun ein Strafverfahren, dass wohl im schlimmsten Fall eine Haftstrafe hinter sich ziehen kann. Laut den Medien sind die Bilder schon einige Jahre alt und zeigen Soldaten der Bundeswehr, die Totenschädel und ihre entblößten Genitalien zeigen. Wie erwähnt ist die Staatsgewalt in Form unserer Regierung, um das Ansehen der Bundeswehr in Sorge, ganz davon abgesehen, dass auch die beschuldigten Soldaten ihre Pflicht in den Krisengebieten geleistet haben. Nur zu oft können wir doch aus allen Kriegsgebieten der Erde, von Gräueltaten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit hören, an denen Soldaten, egal welche Uniform sie tragen, beteiligt sind.
Ich möchte den Vorfall "Afghanistan" nicht bagatellisieren, aber Vergewaltigungen, Morde und Folter durch Soldaten, zolle ich eine höhere Bedeutung zu.
Ich möchte nochmals deutlich zu erkennen geben, dass ich die Geschehnisse in Afghanistan nicht gutheiße, aber sie dennoch differenzierter Einstufen möchte, als Mord, Folter und Vergewaltigung!!
|
| Das Imponiergehabe der Soldaten zeigt mir deutlich auf, dass, so wie es wohl in jedem Krieg ist, der Tote an sich keine große Rolle mehr spielt. Jedem sollte bewusst sein, dass ein Staat der Krieg befiehlt, sich im klaren darüber ist, dass die Folge dessen Tot und Vernichtung von Menschen bedeutet. Nun befanden sich unsere Soldaten nicht in einem aktuellen Kriegsgeschehen, sondern waren Soldaten einer internationalen Schutztruppe. Dennoch befinden sich diese Soldaten Tag für Tag in Lebensgefahr, denn zahlreiche Soldaten sind bei Einsätzen in Afghanistan schon ums Leben gekommen. Genauere Zahlen werden hier von der verantwortlichen Behörde, dem Einsatzführungskommando in Potsdam verweigert. Eigentlich eine eigenartige Reaktion, wo es sich doch beim Einsatz unserer Soldaten, nur um eine Stabilisierungsmission und keinen Kriegseinsatz handelt. |
Als herben Rückschlag für den Frieden wurde das vorgehen der Soldaten beschrieben, der den berechtigten Zorn vieler andere Glaubenskonfessionen heraufbeschwören kann. Ob sich die betroffenen Soldaten darüber im Klaren waren, dass sie in einem Land Dienst tun, das die Totenruhe als strenges Heiligtum ansieht, lasse ich einmal dahingestellt. Meiner Ansicht nach sollten sie das wissen, wenn sie prädestiniert für solche Einsätze sein sollen.
Anscheinend hat sie niemand darüber aufgeklärt oder aber mit der Zeit verrohen die Sitten und jeglicher Respekt vor den Traditionen und dem Glauben anderen Menschen und ihrer Religion gehen mit den Einsatzmonaten verloren. Leider denken nur die wenigsten Soldaten in solchen Situationen darüber nach. |
|
Vielleicht denken sie aber auch über ihre eigene Angst nach, die sie sicherlich bei ihren nicht ungefährlichen Einsätzen verspüren. Soldaten sind Menschen wie wir alle, die trotz einer speziellen Ausbildung, die Gefahr nicht verkennen dürfen. Für sie ist es ein kleines Stück Krieg, der sie 24 Stunden begleitet. Angst vor dem nächsten Heckenschützen der aus dem Hinterhalt auf sie feuert, Angst vor der versteckten Miene die jederzeit explodieren kann, Angst vor dem nächsten Selbstmordattentäter der mit einer tödlichen Ladung Sprengstoff sich unter ahnungslosen Menschen mischt.
Kann es ein, dass sich solche Auswüchse, wie wir sie in den letzten Wochen erleben mussten, mit einem Großteil Angst, Angst vor dem Unfassbaren, Angst vor dem eigenen Tod im Einsatz, erklären lassen?
|
 |
Die Angst wird wohl ein ständiger Begleiter sein, für Soldaten gleichermaßen wie für die Zivilbevölkerung. Natürlich kann das Gegenargument, es würde sich bei dieser Art von Einsätzen nur um einen humanitären Einsatz handeln nicht ziehen, denn es sind schon zu viele Soldaten diesem Einsatz zum Opfer gefallen. Kann es ein, das Angst der Auslöser vieler dieser Entgleisungen ist? Wer will bezweifeln, dass auch unsere Soldaten Angst vor der nächsten Bewährungsprobe haben, auch wenn es ihr Job ist? Laut den neusten Medienberichten wirft man den deutschen Soldaten nun zu allem Verdruss auch noch Feigheit vor. Dies ist wohl der schlimmste Vorwurf den man einen Soldaten im Einsatz machen kann.
Durch solche Vorwürfe geraten die Politik, sowie die Bundeswehr immer stärker unter Druck. Meiner Meinung nach sollte an dieser Stelle auch einmal klar dargestellt werden, dass ca. 9000 Soldaten in den verschiedensten Einsatzgebieten ihre Pflicht erfüllen und wir natürlich auch nicht die Angehörigen und Familien der stationierten Soldaten in Afghanistan vergessen dürfen, die auch großen Belastungen ausgesetzt sind. Die Sorge um den Sohn, Mann oder Freund ist groß und wird durch solche Vorwürfe einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt.
Von wütenden Natopartnern ist sogar die Rede, die den deutschen Soldaten den Vorwurf gemacht haben, Kanadische Truppen im Stich gelassen zu haben - mit tödlichen Folgen.
Mit großer Besorgnis schaut die Staatengemeinschaft auf Deutschland mit dem Zitat: "Was ist bloß mit denen los?" Argumente wie, "die machen gar keinen mehr kaputt!" regen doch zum Nachdenken an. Sogar der Spiegel veröffentlichte in der Ausgabe Nr. 47 einen Artikel mit der Überschrift:
|
Die Deutschen müssen das Töten wieder lernen! |
Sind diese Fakten nicht alarmierend? Nicht, dass Deutsche Soldaten mit Totenschädeln posieren, nein als Zugabe wird ihnen dann noch Feigheit und die verlorene Lust am Töten vorgeworfen. Diese Bild kann niemals das Bild der Bundeswehr sein, so wie es wirklich ist. Soldaten sind zum Töten da? Oder soll ich diese Aussage anders interpretieren.
Soldaten leisten auf vielen Gebieten harte Arbeit, so z.B bei Naturkatastrophen wie Hochwasser, Schneekatastrophen und Einsätze in Luftbrücken zur Versorgung von eingeschlossener Bevölkerung in Kriegsgebieten. Dies und noch vieles mehr leistet die Bundeswehr im In - wie im Ausland.
Soldaten sind Menschen und das sollte man niemals bei aller noch so angebrachter Kritik vergessen. Soldaten sind auch Menschen, die Fehler machen können, so wie es im Fall der Totenschädel Schändungen geschehen ist, man muss aber auch bedenken, dass sie extremen Situationen ausgesetzt sind, wo alle Hemmungen verschwinden. |
|
Sind wir Normalbürger uns eigentlich heute noch bewusst, was es heißt Angst zu haben? Nein, ich meine nicht die Angst vor den üblichen Gefahren im Leben, sondern die Angst die einem Menschen infizieren kann, wenn er jeden Tag die Todesgefahr im Krieg spürt und auch sein Leben jeden Tag zu Ende sein kann. Viele von uns haben den Krieg und die daraus resultierenden Geschehnisse nie kennen gelernt. Zum Glück, wer weiß zu was wir alles fähig gewesen wären, wenn wir den Krieg erlebt hätten.
Natürlich sind die Einsätze der Soldaten nicht mit den Einsätzen der Soldaten in den großen Weltkriegen vergleichbar, dennoch lässt die Situation in Afghanistan oder im Irak, dem Soldaten einen Hauch dessen verspüren, was Angst ist. |
Einen kleinen Eindruck der Angst, die ein Mensch empfindet, wenn er sich in Gefahr befindet, kann vielleicht dieser Brief eines Kaplans aus Stalingrad wiedergeben. Die verzweifelte Suche nach Gott in solchen Situationen, spiegelt sich wohl in vielen Gesichtern der Menschen wieder, die in solchen Kriegsgebieten leben oder ihren Dienst verrichten. Leider wird meiner Ansicht nach die Angst vieler Soldaten, vor dem Tod im Einsatz, arglos beiseite gestoßen. |

Auf das Bild klicken zum vergrößern
|
Ist die Angst der Soldaten vordergründig und deshalb können Grausamkeiten und Schändungen jeglicher Art in Kriegen geschehen? Warum wird der Mensch in Krieg zum Tier, wenn dieser Vergleich überhaupt angebracht ist? Heute noch werden Gräueltaten aus den Weltkriegen veröffentlicht, Fernsehsendungen befassen sich zu hauf mit der Thematik Hitler und Krieg, geschieht er den direkt vor unserer Haustür oder anders wo in der Welt. Leider hat die dunkle Seite in allen Kriegen ihre Hand im Spiel, sie missbraucht Menschen für ihre Zwecke und macht sie zu ihrem Spielball. Gerade in Kriegsgebieten sind negative Schwingungen dermaßen aktiv, dass viele Menschen zum Handwerkszeug des Widersachers werden, ohne es vielleicht wirklich zu wollen. Der Fatanismus wird gefördert und somit ist es möglich, dass Völker sich gegenseitig überfallen und töten.
Zum Krieg sagt die Geistige Welt:
Krieg ist das Gegenteil von Frieden
Krieg ist das Gegenteil von Aufbau
Krieg ist das Gegenteil von Gesundheit und Lebenserhaltung
Krieg ist die Massenvernichtung von Menschen, die der Mörder nie im Einzelnen gekannt hat.
Es ist superlativer Mord am unbekannten Mitmenschen.
|
Ich hoffe, dass wir die Entgleisungen unserer Soldaten in Afghanistan verzeihen oder zumindest verstehen können, auch wenn damit die Ehre vieler Andersgläubiger verletzt wurden. |
Gerne würde ich Eure Meinung zum Thema lesen und im Forum "Und die Angst ist immer dabei" mit Euch diskutieren. |

Dieser Newsletter wurde mit Bildern der freien Bilderdatenbank Photocase erstellt. |
|