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Liebe Freunde des Lichtpfades
In den Medien-Nachrichten hören wir in den letzten Jahren stetig von Entlassungen und davon, dass gut florierende Unternehmen ihren Standort in kostengünstige Länder umsiedeln, um so noch mehr Gewinne zu erzielen. Skrupel dem hier lebenden Mensch und Arbeiter, der vielleicht über lange Jahre hinweg seinen Dienst verantwortungsvoll verrichtet hat, kommen nicht auf, denn das Gesetz des Gewinnmachens hat Vorrang vor allem. Das Wort und die Tat "Rationalisierung" trifft so manche Familie hart, denn jenseits der 40 Jahre sind für einen Arbeitnehmer in Deutschland neue Arbeitsstellen rar. Welch gruselige Vorstellung, schon mit vierzig zum alten Eisen zu gehören.
Immer mehr deutsche Firmen schließen hier in Deutschland trotz Millionen € Gewinne ihre Fabriken und Firmen und wechseln ins kostengünstige Polen, Rumänien, Tschechien oder China aus, um nur ein paar Länder zu nennen. Der deutsche Arbeitnehmer kostet dem Arbeitgeber zuviel an Lohn & Lohnnebenkosten, die in den angegebenen Ländern erheblich niedriger sind. Sicherlich ist das richtig, doch stellt sich die Frage, wie lange dieses Missverhältnis noch andauert. Firmen wollen Profit machen, dass ist legitim, aber soll das alles nur auf dem Buckel des kleinen Mannes geschehen? Hinzu kommt, wovon soll der Arbeiter noch alle Kosten begleichen die in diesem Staate anfallen, wenn es nicht machbar ist, dass er sein gutes Geld verdient? Wer soll die Handys, Fernseher, DVD Player, Videocameras, Autos usw. weiterhin kaufen und konsumieren, wenn nicht der kleine Mann. Von Arbeitslosengeld und Harz IV ist das wohl kaum machbar.
Über Grenzen hinweg Geschäfte machen
ist die Marschroute vieler Firmen, egal wieviel Arbeitsplätze dabei verloren gehen. Nach dem Motto "....und raus bist du!!" verlieren tagaus tagein viele Arbeiter und Angestellte ihre Arbeit und somit ihren sozialen Halt. Regierungen, aus welchen Parteien sie auch bestehen mögen, versuchen egal mit welchen Instrumenten auch immer, Deutschland wieder flott zu bekommen, bislang ohne großen Erfolg. Der Erfolg zeigt sich leider nur auf den Konten unserer Volksvertreter, denn hier fragt keiner nach, ob die Arbeit gerecht entlohnt wird. Beste Beispiele liefern hierfür Ex Mannesmann Manager Esser, Ex-IG Metall Chef Zwickel oder Dt. Bankchef Ackermann, die Millionen an Abfindungen kassierten, ob dies nach dem Gesetzt richtig war, soll ein erneutes Gerichtsverfahren klären. Das gleiche Szenario ist bei den Politkern zu beobachten, die für viel Geld auf gepolsterten Stühlen im Deutschen Bundestag sitzen und leider ich gestehe, kann ich mich nicht dem Gefühl verwehren, dass es ihnen eigentlich nur ums eigene Wohlergehen geht. Rentner, die Generation die Deutschland zu dem gemacht haben was es einmal war, nämlich ein gesundes Wirtschaftland, werden nun Jahr für Jahr mit Nullrunden in der Rentenanpassung abgespeist, weil leere Kassen dazu zwingen.
Arbeit und Wohlstand in einem Land zu schaffen, ist der Auftrag den Politiker und Unternehmen dem Volke gegenüber zu leisten haben. Auf der anderen Seite ist es die Pflicht jedes Arbeitnehmers, seine Arbeit verantwortungsvoll dem Betrieb gegenüber zu erfüllen. In der Realität ist es leider oftmals anders. Auf der Arbeitnehmerseite ist es oft so, dass der Beruf nicht befriedigt und dadurch eine Maschinerie in Gang gesetzt wird, die ohne Zweifel Unternehmen schaden kann. Die Kettenreaktion die unweigerlich durch die Naturgesetze geschaffen sind, zeigen ihre Wirkung in der Weise, dass Betriebe Verluste aufzeigen. |
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Wenn wir die Nachrichten verfolgen häufen sich derzeit die Meldungen von Streik im öffentlichen Dienst, ja sogar die ärztliche Versorgung scheint nicht mehr so gesichert zu sein, wie man es erwarten sollte. Ärzte verlangen nun, dass man ihnen bei ihrem schweren Dienst der zu leisten ist, eine gerechte Bezahlung zusichert. Dafür gehen viele Arbeiter und Akademiker auf die Straße, um ihren Unmut gegen diese Mißstände in Deutschland zu demonstrieren. In der Tat ist es so, dass in der heutigen Zeit viele Arbeitnehmer ihre Arbeit gleichsetzen mit Stress, Last und Ärger begleitet von vielen Entbehrungen. Oftmals kommt hinzu, dass Arbeitnehmer so stark belastet sind, dass sie ihren Arbeitgeber bewusst oder unbewusst eins Auswischen, um innere Aggressionen zu verarbeiten. Das dieses Verhalten laut der Naturgesetze eine Gegenreaktion erfordert, dreht sich die Spirale leider immer höher. |
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Was bedeutet uns eigentlich Arbeit? |
Oftmals ist es doch so, dass viele Menschen eine Arbeit möchten und wiederrum andere Menschen keine Arbeit möchten. Für mich persönlich ist es so, dass ich Arbeit von Freizeit kaum unterscheiden kann, denn eigentlich arbeite ich immer. Bin ich auf meinem freien Tag zu Hause, so denke ich doch schon an den nächsten Arbeitstag. Und damit meine ich nicht immer die Arbeit im Betrieb, sondern meine Arbeit in der menschlich geistigen Entwicklung hier auf der Erde. Viele von Euch werden jetzt sicherlich schmunzeln und den Kopf schütteln, aber sind wir doch mal ehrlich unsere Arbeit die wir im Leben verrichten hat auch im großen Maße mit unserer Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Wenn man sich für einen Beruf entschieden hat, sollte es auch eine Berufung sein. Gehen wir doch einmal mit offenen Augen durchs Leben und schauen uns unsere Mitmenschen an, und wir sehen, dass viele Menschen weit vom Glück entfernt sind. Die Sorge um den Arbeitplatz, finanzielle Nöte und dadurch aufkommende private Probleme sind immer häufiger zu beobachten.
Einer der Hauptgründe der schlechten Entwicklung, die wir gerade in Deutschland und im benachbarten Ausland erleben, ist die schlechte Einstellung zur Arbeit. Egal ob es die Arbeitnehmer oder die Arbeitgeberseite betrifft, es werden entscheidende Fehler in der Hinsicht gemacht, was Arbeit bedeutet. Wie erwähnt gieren die Unternehmen immer mehr nach Gewinn und Rendite, was die Gegenreaktion der Arbeitnehmer zur Folge hat, dass Lohnerhöhungen ohne Skrupel durch Streiks erzwungen werden. Das daraus entstehende Resultat sind weiter Entlassungen und soziale Kürzungen.
Viele Menschen klagen dementsprechend, dass sie zu wenig verdienen und das Geld vorne und hinten nicht mehr reicht. Oftmals ist es so, dass die Wünsche und Ansprüche höher sind als das Gehalt, dass wir jeden Monat überwiesen bekommen. Schauen wir doch einmal auf die wirtschaftliche Entwicklung und wir erkennen, dass in Deutschland, um im eigenen Land zu bleiben, die Spirale von Streik und Arbeitskampf immer höher wird. Arbeitnehmerinteressen und Rechte werden doch nur durch Kampf erzwungen. Das ist eine schwere Saat die gesät wird, denn sie verlangt wie schon beschrieben, eine Reaktion der Gegenseite Arbeitgeber. Es wird für mehr Geld gestreikt, im vollen Bewusstsein gegen die eigene Arbeitsstelle zu kämpfen. Dadurch verlieren beide Seiten unnötig Energien, die aber dringend nötig wären, den Arbeitsmarkt wieder flott zu bekommen.
Natürlich soll das nicht heißen, dass ein Arbeitnehmer auf seine verdiente gerechte Bezahlung zu verzichten hat. Nein hier geht es mir einfach darum aufzuzeigen, dass beide Interessen, die der Arbeitnehmer und die der Arbeitgeber, einvernehmlich gelöst werden müssen. Denn Kampf und Streik, sowie Entlassungen und Aussperrungen sind wie ein Magnet, sie ziehen sich Gegenseitig an. Diese Last tragen wir, trägt unser Land täglich als Rucksack mit sich und so bleibt das jammern über diese Situation nicht aus. |
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Arbeiten soll Sinn machen, für beide Seiten, doch leider ist in den letzen Jahren durch eine gewisse Scheuklappenmentalität beider Seiten, ein Missverhältnis zustande gekommen, dem Einhalt geboten werden sollte. Doch in welche Zukunft können wir blicken? Langfristig wird die Arbeit, so wie wir sie bis jetzt kennen verschwinden, denn der technische Fortschritt schafft immer mehr Arbeitsplätze für durchschnittliche Arbeit ab. Heute und in Zukunft leisten Maschinen und Computer die durchschnittliche Arbeit, der durchschnittlichen Arbeitnehmer. Ist unsere Zukunft die, dass es in wenigen Jahren der Fall ist, dass nur relativ wenige Spezialtisten hochqualifizierte Arbeiten ausführen? Und was ist mit dem Rest der arbeitssuchenden Menschen? Ehrlich gesagt möchte ich diesen Gedanken hier jetzt nicht weiter spinnen, denn er scheint mir mehr als Zukunftsträchtig!! Zahlen von weit mehr als 5 Millionen Arbeitslosen sind dann keine Utopie mehr.
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Bloß nicht an die Zukunft denken, ist dass der neue Slogan für Deutschland? Neben Null Bock Mentalität und "Du bist Deutschland" Muntermacher, sind momentan ca.13% der Bürger im erwerbsfähigen Alter arbeitslos. Eine erschreckende Zahl, angesichts der tiefen Tragödien die sich oftmals in den Familien nach einer Kündigung abspielen. Was bedeutet es arbeitslos zu sein, wenn die Jahre nutzlos verrinnen und das Auskommen Monat für Monat nur über Stütze und Harz IV finanziert werden muss? Ist es für ein Land wie Deutschland nicht beschämend, dass für einen 50 jährigen Menschen kein Platz mehr in der Arbeitswelt sein soll? Oder ist es tatsächlich so, dass die Unternehmen keine Arbeit mehr haben. Wenn ja, aus welchen Grunde?
Viele Erwerbslose verlässt nach zahllosen Bewerbungsschreiben der Mut motiviert und positiv in die Zukunft zu schauen, wenn die nächste Absage kommt. |
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Wie man in Deutschland "Arbeitslos ist" |
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Bevor Ingrid M. die Treppen hinaufsteigt, wäscht sie sich schnell noch die Hände. Sie hat den ganzen Morgen am Computer gesessen. Irgendwie hat sie ein schlechtes Gefühl in der Magengegend, als der Chef sie zu einem unerwarteten Gespräch ins Büro einberufen hat. Vielleicht will er noch einige Details mit ihr klären, bevor sie ihren lang ersehnten Urlaub antritt. Ingrid ist seid 7 Jahren als Projektleiterin im Ingenieurbüro ihres Chef angestellt und fühlt sich hier auch sehr wohl. Sie trägt eine hohe Verantwortung und bezieht ein anständiges Gehalt von über 3000€. Eigentlich mag sie ihren Chef sehr, denn er ist ein sehr honoriger Mann und sie schätzt sein Vertrauen, dass er in sie setzte als er ihr die Position eines Projektleiters anbot. Eigentlich bekommen diese Jobs nur Männer, weil hier sehr viel Durchsetzungsvermögen auf den Baustellen verlangt wird.
Sie klopft an die Bürotür des Chefs und die Chefsekretärein bittet sie, ins Büro einzutreten. Ingrid lacht, denn sie ist ein positiver Mensch, der gerne neue Herausforderungen annimmt. Aber in diesem Moment bleibt ihr Gesicht wie versteinert, als ihr die Sekretärein formlos das Kündigungsschreiben, mit der Bitte um Bestätigung durch ihre Unterschrift überreicht. Ingrid unterschreibt, ganz wie in Trance, eigentlich weiß sie überhaupt nicht was sie in diesem Moment denken soll. Vergangene Gedanken huschen ihr durch den Kopf, als ihr Chef sie bei Eintritt in die Firma auf eine langjährige Zusammenarbeit einschwor und hoffte, dass sie sich sehr wohl fühlen würde.
Ingrid setzt sich schweigsam in ein Cafe und sie realisiert für sich, wenn nicht schnell etwas geschieht, bleibt sie auch eine der 5 Millionen Deutschen die keine Arbeit haben, keine Chance mehr sehen. Sie hätte nie gedacht, dass sie einmal in diese Situation geraten würde, als sie ihr Studium mit Auszeichnung abgeschlossen hat. Nun gehört sie zu denen, die keine Arbeit mehr haben und nur ein Teil einer immer größer werdenden Statistik sind.
Ihren Freund hat sie noch nicht angerufen, denn so richtig sind ihr die Worte noch nicht klar, wie sie ihm sagen soll, dass sie nun ohne Job ist. Mit großer Zuversicht hatten die beiden sich vor drei Jahren in das finanzielle Risiko eines Reihenhaus Kaufes gewagt, niemals auch nur ahnend, dass so eine Situation für sie Wirklichkeit werden könnte. Was würden ihre Eltern wohl sagen.....Mama regt sich doch immer so schnell auf und Papa hatte ja schon immer gesagt, dass die Arbeitstelle nichts für sie ist.
Mutig versucht Ingrid ihre Gedanken in eine positive Richtung zu lenken......"Bald habe ich wieder Arbeit, ganz bestimmt"!! Erst gegen Abend erzählt Ingrid ihrem Freund Kai von ihrer Kündigung.
Gerade Kai weiß was es heißt, kündigen zu müssen und gekündigt zu werden. Auch er hat schon viele Arbeitsstellen hinter sich, in dem Betrieb wo er jetzt arbeitet, muss er als Betriebsleiter auch vielen Arbeitnehmern kündigen. Menschen die schon viele Jahre in der Firmenkette beschäftigt sind, mit Familie, Eigentum und all den finanziellen Belastungen, die heute üblich sind.
Oft muss er dann harte Beschimpfungen, geprägt von Wut und Verzweiflung über sich ergehen lassen. Begründungen, wie die schlechte Konjunktur und Wirtschaftskrise prallen bei den Betroffenen ab. Oftmals weinen sogar die Menschen, wenn der Schock einer Kündigung zu unverhofft auf sie zustößt. Leitende Angestellte müssen auf der Stelle die Schlüssel ihres Dienstwagens abgeben, dass Angebot sie nach Hause zu fahren, klingt nur wie Hohn. Kai wird in nächster Zukunft noch viele Arbeitnehmer seiner Firma entlassen müssen, denn die Firma steht finanziell sehr schlecht da. Die Konkurrenz aus Fernost macht ein Überleben der Firma immer unwahrscheinlicher. Als Kai von Ingrids Kündigung erfährt, flucht er lauthals, denn eigentlich wollten sie doch in ein paar Stunden in den lang ersehnten Urlaub fliegen. Widerwillig müssen sie den Urlaub stornieren, was erwartungsgemäß mit erheblichen Verlusten verbunden sein wird.
Noch voller Zuversicht beginnt Ingrid damit Bewerbungen zu schreiben, es kann doch unmöglich sein, dass solch eine qualifizierte Kraft wie sie es ist, nicht bald wieder eine neue Arbeit findet. Bis tief in die Nacht studieren die beiden Stellenangebote und formulieren die Bewerbungsschreiben folgendermaßen.

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Junge engagierte Architektin sucht neues Wirkungsfeld.....und die Bewerbung endet mit dem Satzhinweis: "...ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen und über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch"
Ausgezeichnete Zeugnisse fügt sie ihren Bewerbungsunterlagen hinzu, so dass kaum ein Arbeitgeber an ihrer Bewerbung vorbei kann. Das auf jeden Fall ist ihr größter Wunsch!!
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Noch Tage später kommt es vor, dass Kunden ihres alten Arbeitgebers sie übers Handy anrufen und Auskünfte über weitere Arbeitsschritte erhalten möchten. Erstaunt, ja fast geschockt reagieren sie, als sie von Ingrid hören, dass sie eigentlich nicht mehr für ihre Belange zuständig ist, weil ihr gekündigt worden ist. Auch die kleine Hoffnungen die sich in Ingrid auftut, dass sie vielleicht eine Anstellung bei ehemaligen Kunden ihres Ex Arbeitgebers erhalten könne, erfüllen sich nicht. Wie hohl klingen da die Sprüche..."wenn sie sich einmal verändern möchten, denken sie an uns, wir könnten sie gut gebrauchen, oder solche Spitzenkräfte wie sie, sind bei uns immer willkommen".
Trotz allem ist Ingrid guter Dinge und will sich nicht unterkriegen lassen, für sich selber hat sie schon analysiert, dass sie notfalls auch einen Gehaltsverzicht in Kauf nehmen würde, ja auch ein Wohnungswechsel käme notfalls in betracht.
Als Ingrid im Arbeitsamt eine Nummer zieht, um mit ihrer Beraterin neue Arbeitsangebote für sie zu besprechen, sieht sie, dass sie wirklich nicht alleine ist mit ihren Sorgen und das hier viele Wartende schon lange auf eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt hoffen. Zwar verheißen die neuen beängstigten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nicht gutes, aber das, nein sicherlich das wird nicht auf sie zutreffen! Und überhaupt kann sie sich über ihre Arbeitslosenunterstützung nicht beklagen, es geht ihr nicht schlecht, zumindest klagt sie nicht.
Ingrid will ihren Lebensrhythmus nicht verlieren und steht wie immer morgens früh auf, so als wenn sie zur Arbeit müsste. Ingrid bewirbt sich bei zahlreichen Firmen und Bauträgergesellschaften, sie schreibt und schreibt. Vergeblich. "Wir hoffen, dass Sie schnellstmöglich einen adäquaten Arbeitsplatz finden" oder "Bei der Wahl ihres nächsten Arbeitsplatzes wünschen wir Ihnen viel Erfolg" oder "Sicher werden Sie eine Ihrer Vorstellungen entsprechende Stellung finden". Der Wortlaut solcher Antwortfloskeln könnten hier noch um ein vielfaches erhöht werden. Nach endlos vielen Absagen versucht Ingrid beruflich umzusatteln, sie versucht ein neues berufliches Arbeitsfeld für sich zu schaffen. Da sie sich gut mit Computern auskennt, versucht sie nach einigen Lehrgängen hier Fuß zu fassen, aber widerrum findet sie keinen Arbeitgeber.
Die Zeit der Arbeitslosigkeit wird für Ingrid unerträglich, schon lange steht sie nicht mehr früh auf um am Ball zu bleiben. Trotz allem will Ingrid den Tag genießen, sie hat nun Zeit für die Dinge die im Berufsleben zu knapp kamen. Mal ein gutes Buch lesen, ausgedehnte Spaziergänge sind an der Tagesordnung. Sie sitzt auf einer Parkbank und macht sich Gedanken, Gedanken darüber, wie sie beruflich noch mehr auffallen könnte um am Arbeitsmarkt zu bestehen.
An einem Mittag im Februar ruft Kai an und macht nicht viele Worte. Bitte Ingrid, hole mich ab, ich muss meinen Wagen hier stehen lassen. Nach allem was Kai in den letzten Monaten in seinem Betrieb erlebt hat, ist es fast eine Logik, dass auch er einmal an der Reihe ist. Nach den zahlreichen Entlassungen die er aussprechen musste, hört er von seinem Vorgesetzen, dass es für ihn keine Arbeit mehr gibt. Die Tragik an der Sache ist, dass er seine eigene Entlassung sogar noch verstehen kann, denn die Firma steht äußerst schlecht da und steht kurz vor der Insolvenz.
In der heutigen Zeit kann es jeden treffen, egal welchen Alters, welchen Berufsstandes. Egal ob Arbeiter, Angestellter oder Akademiker kaum jemand ist sicher.
Immer wieder stellen sich die Angestellten eines Betriebes die Frage, ob sie vielleicht auch ein gerüttelt Maß daran schuld haben, dass ihr Betrieb so darsteht wie es nun einmal ist. Auch ein Arbeitgeber weiß, dass ein Angestellter schuldlos ist, wenn die Zahlen in einem Betrieb nicht mehr stimmen, doch schlussendlich, wer fragt danach?
Besonders für ältere Arbeitnehmer kann es schnell vorbei sein. Aber ehrlich, wann ist man alt, wie alt muss man sein, um nicht mehr gefragt zu sein am Arbeitsmarkt?
Kai ist 49 Jahre alt, wesentlich älter als Ingrid, welche Aussichten hat er noch auf dem Arbeitsmarkt? Der Fragebogen der ihm vom Arbeitsamt zur Übermittlung seiner Daten mitgegeben wird, ist für ihn der reine Hohn. Ganze sieben Zeilen stehen auf dem Formular zur Verfügung um seinen bisherigen Arbeitslebenslauf zu schildern. Kai hatte schon viele Arbeitgeber, er war Betriebsleiter, Vertriebschef, Abteilungsleiter, sogar teilweise Selbstständig, also ein berufliches Auf und Ab. Nie hatte er Probleme einen neuen Job zu bekommen, aber jetzt, jetzt gerät er in Panik.
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Ingrid, wir müssen unsere Kosten senken und das drastisch. Kai hat die Befürchtung, dass er niemals mehr einen festen Job über einen längeren Zeitraum bekommen wird. Wir müssen handeln und das sofort.
Die erste Maßnahme ist, wir müssen unser Reihenhaus verkaufen....sie zogen in eine preisgünstigere Wohnung im Dachgeschoss, für nur 500€ Miete.
Dem Vermieter sagen sie nicht ganz die Wahrheit, weil Ingrid sich als arbeitsuchend und Kai als Selbstständig angeben. Luxusgüter wie der geliebte Rotwein, gute Bücher oder Lebensmittel aus der Feinkostabteilung sind gestrichen. Von nun an wird man Aldiander, denn Discountmärkte sind um ein vielfaches billiger. Versicherungen die eigentlich als Alterversorgung gedacht waren, werden erst einmal auf Eis gelegt, nur das allernötigste wird aufrechterhalten. |
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Gemeinsam schreiben sie immer erneute Bewerbungen. Gemeinsam schauen sie sich die Absagen mit immer den gleichlautenden Formulierungen an.
Ingrid und Kai gehen jetzt oft joggen um fit zu bleiben, wenn der Ernstfall "Neue Stelle" doch noch einmal glücken sollte. Während sie joggen kreisen ihre Gedanken immer um das gleiche Thema, aber niemand spricht es aus, weil keiner den anderen unnötig belasten will.
Abends, wenn sie gemütlich beisammen sind, können sie sich von den tristen Gedanken des Tages erholen, die Angst vor neuerlichen Absagen schwindet....bis morgen Früh, wenn wieder Post durch den Briefschlitz geworfen wird.
Irgendwie erstaunlich ist es, dass trotz aller Anstrengungen viele Freundschaften unter der Arbeitslosigkeit leiden. Freunde die Arbeit haben fragen immer häufiger ob noch keine neue Stelle in Sicht wäre. Die beiden können es schon fast nicht hören und haben den Verdacht, dass mit ihnen irgendetwas nicht stimmen kann. Kontakte erstehen jetzt immer häufiger unter gleichgesinnten Menschen, die dasselbe Schicksal wie sie haben. Die anderen Freunde nehmen mehr und mehr Abstand.
Wenn Kai die Nachrichten im Fernsehen sieht, bekommt er Wut, ja unsäglich Wut gegen die Hilflosigkeit der Politiker. Es werden große Reden gesprochen, aber für den arbeitslosen Menschen ist außer der Agenda 10 mit ihrem Harz IV Gesetz, nicht viel dabei heraus gekommen. Aus Frust haben sich beide vorgenommen alle anstehenden Wahlen zu boykottieren. Ingrid ist jetzt genau 13 Monate Arbeitslos und Kai 6 Monate, eine Zeit in der für beide die Chancen mehr und mehr schwinden.
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Wochen später bekommt Kai einen neuen Job als Vertriebsleiter im Süden Deutschlands. Frühere berufliche Kontakte verhalfen ihm zu dieser Stelle. Kai zieht in eine Pension und fährt nur an den Wochenende nach Hause, wodurch die Beziehung zu Ingrid sehr leidet.
Kai hatte sich zu Beginn seiner Arbeitslosigkeit versprochen eine Fete zu starten, wenn er dann noch einmal einen neuen Job bekommen würde. Die große Fete ist ausgeblieben, denn bei Kai hat sich nur große Traurigkeit und Frust breit gemacht, dass nicht seine Qualifikation ausschlaggebend war, sondern Kontakte für die neue Stelle ausschlaggebend waren.
Auch Ingrid hat endlich wieder Arbeit bekommen, kurz davor als unvermittelbar eingestuft zu werden. Sie hat einen neuen Job bei der Bauverwaltung der Stadt erhalten, befristet auf 1 Jahr, genau wie Kai.
Beide verdienen jetzt etwas mehr, als wenn sie Arbeitslos wären. Aber das ist ihnen egal, Hauptsache wieder dabei sein, nicht mehr am Rand der Gesellschaft zu stehen.
Trotz aller Freude bewerben sich beide immer wieder von neuem, denn was ist schon ein Jahr? |
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Hermann |
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