Vergeben; Vergessen; Verzeihen
 

 

 

 

 

Lieber Leser des Lichtpfad - Newsletters

 

In der Hoffnung, dass ihr alle das Neue Jahr gut begonnen habt, begrüße ich euch zum ersten Newsletter des Jahres 2008 der Lichtpfadseiten.
Wie war es eigentlich bei euch, habt ihr die Feiertage unbeschadet und ohne Streit verbringen können? Ich wünsche es euch von Herzen, denn leider sind auch Feiertage prädestiniert für Ärger und Streit.

Und damit kommen wir gleich zu unserem Januar Thema, Vergeben; Verzeihen;Vergessen. Ich weiß, dass wir alle schon einmal hässliche Streitereien mit unseren Familienangehörigen, Freunden, Bekannten und Berufskollegen gehabt haben. Das kann sicherlich keiner von sich abweisen. Streitereien gibt es immer wieder, weil wir immer wieder mit den verschiedensten Menschen zu tun haben.

Der Satz "Das werde ich Dir nie verzeihen", ist wohl einer der härtesten Sätze überhaupt, dem man einem Kontrahenten nachsagen kann.

Das tägliche Einerlei hält auch viele kleine Streitigkeiten für uns bereit, an denen wir üben können zu verzeihen. Eine kleine Geschichte möchte ich euch hier einmal erzählen.

Als ich noch eine junger Kerl war, konnte ich für meine Verhältnisse gut Tennis spielen. Der Bum-bum Effekt war auf dem Höhepunkt, als Boris und Steffi so ziemlich alles niedermachten, was ihnen auf dem grünen Rasen begegnete.

Sicherlich gab es zu damaliger Zeit Tausende und Abertausende kleine Boris Becker und Steffi Grafs. Klaro, so ein kleiner Boris war ich auf dem Tennisplatz auch und die geballte Faust, dass Markenzeichen von Boris Becker, war gleichermaßen auch mein Markenzeichen. Bei meinen Mitspielern fand ich Respekt und Achtung und sicherlich scheute man keinen Gegner. (Heute muss ich schon darüber schmunzeln, wie man mit so wenig Talent, doch so eingebildet sein konnte.)

Es kam der Tag, da traute man sich auch an Gegenspieler, die sicherlich viel besser waren als einer selbst. Tja und einen davon hatte ich mir dann auch ausgeguckt....ein furchtbar unsympathischer Typ, der mir schon längere Zeit gehörig auf die Nerven ging, wenn er auf dem Nebenplatz das zeigte, was doch eigentlich "Mein" sein sollte. Zu meiner Verwunderung, nahm er mein Angebot zu einem Tennismatch an und ich vergesse nie sein arrogantes Gesicht, verziert mit einem zynischem Lächeln, als er leise zu seinem Partner sagte, dass ich doch wohl eine leichte Beute für ihn wäre.

Der besagte Tag des Matches war gekommen und ehrlich ich glaube kaum, dass Boris sich auf Wimbledon mehr vorbereitet hätte, als ich auf dieses Match. Diesen arroganten Vogel mache ich platt, der kriegt keinen Ball. Schon nach dem Aufwärmen war mir aber klar, dass mein Siegeswille gehörig ins schwanken kommen wird, wenn das Spiel erst einmal richtig beginnt. Er spielte zuerst locker mit dem linken Arm, nach dem Motto, der schlechtere Arm muss ja auch trainiert werden und mich verwunderte es überhaupt nicht, würde er jetzt auch noch eine Banane beim Einspielen essen.

Nun es kam wie es kommen musste, klein Boris holte sich eine dermaßen große Klatsche ab 1:6 1:6 0:6 das ich schier in Hassszenarien verfallen bin. Dieser Kerl hat mich auf dem Platz und lautem grölen seiner Freunde so niedergemacht, dass ich ihn glatt auf der Stelle den Tennisschläger über den Scheitel hätte ziehen können. Und das schlimmste war, er hat es sichtlich genossen, dass ich keinerlei Chance gegen ihn hatte.

/Spiel_Satz_Sieg_Photocase Spiel, Satz und Sieg auf der ganzen Linie für meinen Gegenspieler. Vielleicht kommt euch die Geschichte eher harmlos vor, aber ich habe ihm alles nur erdenkliche Schlechte an den Hals gewünscht. Ja sogar habe ich ihn ein wenig gehasst, dass er mir solch eine Niederlage zugefügt hat. Ich habe danach auch nie wieder einen Spieler gefordert, von dem ich nicht sicher war, ihn schlagen zu können.
Ehrlich war ich zu damailger Zeit nicht imstande, ihm sein, in der Tat überaus borniertes Verhalten, auch nur ansatzweise zu verzeihen.

Sicherlich war ich verbohrt und stur, denn ihm seine Arroganz zu vergeben und sein Verhalten wenigstens zu vergessen, wäre sicherlich ein moralischer Sieg für mich gewesen. Ich hatte ihm ja auch noch Zähneknirschend am Netz die Hand gereicht. Obwohl....na ja, so weit will ich hier jetzt nicht ausholen, hätte ich liebend gerne etwas anderes getan.
Eigentlich hätte ich sagen müssen, es ist ja nur ein Spiel gewesen, warum regst Du Dich so auf? Aber um ehrlich zu sein, ich war dermaßen gekränkt, dass ich diesen Schritt nicht gehen konnte.

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Es gibt also Menschen, die uns so auf die Palme bringen können, dass wir ihnen nichts, aber auch gar nichts nachsehen. Ganz klar ausgedrückt, ich denke jeder Mensch hat hier und da solche Hassgefühle gegen seine Mitmenschen, begründet oder auch unbegründet aus irgendwelchen, von Vorurteilen aufgebauten menschlichen Fehldenken.

Nun passiert aber oftmals etwas sehr merkwürdiges, denn wir bemerken überhaupt nicht, berauscht durch unsere Verbissenheit, dass wir auch Opfer solcher Hassgedanken werden können. Hass ist wie ein Gummiband, es kommt immer wieder zu einem zurück.

Nunmehr sollten wir uns Gedanken machen, wie wir uns das Verzeihen selber leichter machen können.

Zuerst sollten wir uns selber folgende Gedanken machen!

Was haben wir selbst dazu beigetragen, dass dieser Streit entstanden ist?

Warum hat sich unser Gegenspieler so verhalten, wie er es getan hat?

Wir müssen uns selber klar machen, dass Verzeihen nichts mit Schwäche zu tun hat.

Wir müssen das Verhalten des Anderen nicht gut heißen, dennoch sollten wir versuchen es zu akzeptieren.

Trotz innerlichen heftigen Widerstand sollten wir versuchen ihm zu vergeben, vielleicht sogar zu vergessen.

Durch das beantworten dieser Gedanken, können wir in einen Zustand der innerlichen Vergebung eintreten, der uns beim nächsten Mal, wenn wir diesen Menschen begegnen, hilfreich zur Seite steht.

Die Kunst besteht also darin, schrittweise loszulassen und Verzeihen zu erlernen, damit auch wir den erlittenen seelischen Schaden verarbeiten können. Das geht natürlich nicht so schnell und es wird, je nach der Größe des seelischen Schadens, einige Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch nur durch vollkommene Vergebung, können wir vergessen. Den Anfang des Verzeihens sollten wir bei uns selber machen, denn nur wenn wir unser Verhalten vergeben können, können wir auch anderen vergeben. Ich denke, zum Vergeben und Verzeihen benötigt wir eine hohe Toleranzgrenze und je nachdem wie frei unser Denken geworden ist, haben wir mehr oder weniger Probleme damit.

Wenn wir wirklich aufrichtig verzeihen, setzt dieser Akt ungeahnte Kräfte frei. Denn festzuhalten an alten Schuldzuweisungen und sogar eigenen Schuldgefühlen, raubt unserem Geist und Körper die dringend benötigte Energie zum Leben. Durch Nichtverzeihen und Nichtvergeben bauen wir seelische und körperliche Blockaden auf, die uns auf Dauer krank machen. Ich denke aus diesem Blickwinkel wird jedem die Sinnlosigkeit klar, an solchen Verfehlungen festzuhalten, denn wie der Text des Bildes schon sehr schön sagt:" Liebe ist Gleichmut und Quelle der Erneuerung"

Zum Thema einige Erklärung aus den Menetekeln

Frage : Kann man wirklich alles verzeihen? Damit wäre der Anarchie Tor und Tür geöffnet.

ARON : Nein, so ist das nicht gemeint, sondern daß Du innerlich verzeihen kannst, die Taten, die Dir geschadet haben. Daß Du diesen Menschen von Herzen verzeihst, heißt nicht, daß das, was Dir widerfahren ist, zunichte oder kleiner gemacht wird, sondern daß Du diesen Seelen innerlich verzeihen kannst, Du selber, als Kind GOTTES. Nur so kann Dein FUNKE weiterhin wachsen und Dein göttliches LICHT kann voll erstrahlen.
 

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Doch diese christlichen Verpflichtungen sind keine Kaufsumme für den Himmel, denn der Himmel muß erst in Euch selbst entstehen, das heißt, Eure Seele muß erst hell strahlen, gütig und barmherzig sein, ohne Haß und Neid und ohne verletzende Kritik an Euren Nächsten. Ihr dürft nicht resonieren oder beleidigt sein, wenn Euch einer kränkt. Ihr müßt in allen Fällen geduldig sein und verstehen und verzeihen können.

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Frage : Das GESETZ:, "LIEBE Deinen Nächsten wie Dich selbst", kann ich noch nicht so umsetzen wie es sein sollte, besonders, wenn ich an mein Arbeitsumfeld denke. Ebenso geht es mir damit, anderen verzeihen zu können. Auch dies fällt mir noch sehr schwer. Was könnt Ihr mir dazu sagen?

LUKAS : Nun, Du solltest da etwas differenzieren: Als Mensch kannst Du die Menschen einzeln nicht so LIEBEN wie es der SCHÖPFER derselben tut.

Ihr solltet in Eurem irdischen Leben lernen, die Menschheit als Ganzes zu LIEBEN, auch wenn einzelne Menschen darunter sind, die nicht auf Eurer SCHWINGUNG sind; das. Dies ist normal und auch gar nicht anders zu erwarten. Das ist mit der MENSCHENLIEBE gemeint.
Erweitert heißt das, daß Du Deinen Nächsten nicht verfolgen sollst und ihm keinen Schaden zufügen sollst. Damitu hast Du dann Deinen Teil erfüllt. Andersherum kannst Du daher aber nicht erwarten, daß Dir Gleiches geschieht oder widerfährt.

 

Durch Nichtverzeihen entwickeln sich auf Dauer auch Schuldgefühle in uns selber. Daher versuchen wir doch einfach jeder für sich, dem einem oder der einen, denen wir gerade etwas nachtragen, zu verzeihen. Betrachten wir einmal Gott, so ist es doch richtig, dass er uns immer wieder vergibt, also was hindert uns Menschen daran, unseremn Mitmenschen zu vergeben? Sich selbst verzeihen und dem Nächsten zu verzeihen, kann eine erfolgreiche Lektion des Herzens sein. Probieren wir es aus!!

"An deiner schwächsten Stelle kannst du der Stärkste werden!"
(Norman Vincent Peale)

 

Hermann

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